Open Data: Das Gold des Informationszeitalters

06.12.2013 , by Helmut Fallmann    

Es war naheliegend, dass der Öffnungsprozess für Daten seinen Ausgang bei Public Sector Information (PSI) nahm. Der von vielen Experten unserer komplexen Informationsgesellschaft als revolutionär angesehene Paradigmenwechsel zu offenen Daten im Sinne der restlosen Verfügbarkeit und des freien Zugangs zu öffentlichen Daten sowie ihrer unbeschränkten, universellen Wiederverwendung und -verteilung steht schon ein gutes Jahrzehnt auf der internationalen Agenda.

Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union haben am 17.11.2003 mit der „Directive on re-use of public sector information“ (Richtlinie 2003/98/EC) diese Thematik ins politische Bewusstsein Europas gehoben und die Mitgliedsstaaten zur zügigen Umsetzung in nationales Recht aufgefordert.

Die Ziele hinter der Initiative waren eindeutig: Einerseits nimmt die Produktion digitaler Inhalte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung eines gemeinsamen internen Informationsmarktes, der ein enormes zusätzliches Jobpotenzial freisetzen kann, in der EU ein. Andererseits bestimmt die heute vorherrschende Informations- und Wissensgesellschaft durch die festgeschriebene Art des Zugangs zu Information und durch die mögliche Form des Wissenserwerbs die soziale Stellung jedes einzelnen sowie dessen gesellschaftliche Entwicklungsperspektiven.

Gleichzeitig ist klar, dass gerade der öffentliche Sektor eine große Bandbreite an Informationen in vielen Bereichen sammelt, produziert, weiterverarbeitet und verbreitet. Dazu gehören soziale Daten, Wirtschaftsdaten, geografische und Wetterinformationen, Daten zu Touristik- und Bildungsangeboten oder Patent- und Lizenzinformationen. Public Sector Information (PSI) kann daher auch als „Big Data“ im gebräuchlichen Wortverständnis angesehen werden. Die Öffnung dieser Daten hat sowohl einen enormen ökonomischen Impact, als auch weit reichenden Einfluss auf die durchgehende Ausbildung von „data literacy“ („Alphabetisierung“ in Bezug auf die Beherrschung heutiger Medientechnologien) in der Bevölkerung und damit zur Verhinderung eines „digital divide“.

Die Richtlinie verstand sich als Minimal-Harmoniserung von kontinentweit gültigen Regeln für die Wiederverwendung öffentlicher Daten. Damit sollte das riesige Potenzial öffentlicher, nicht personenbezogener Daten auf Ebene der Mitgliedsländer und grenzüberschreitend in der gesamten Union ausgelotet und sukzessive abgeschöpft werden.

Österreich hat die PSI-Richtlinie mit dem „Gesetz über die Weiterverwendung von Informationen öffentlicher Stellen“ (Informationsweiterverwendungsgesetz/IWG) mit 13.12.2006 (BGBl. I S 2913) in nationales Recht umgesetzt. Hinter diesem primär legislativen Akt in Sachen offene Daten „Made in Austria“ mit seinem begrenzten Geltungsbereich stand wohl ein eher schwacher politischer Wille. Daten, die nicht in Erfüllung öffentlicher Aufgaben zusammengetragen werden, sind durch das Gesetz nicht berührt. Für Daten, die durch geistige Urheberrechte oder gewerbliche Schutzrechte geschützt sind, mag es verständlich sein, wenn sie nicht unter das Gesetz fallen. Aber Inhalte im Besitz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, von öffentlichen Bildungs- und Forschungseinrichtungen oder von öffentlichen kulturellen Institutionen, die ebenfalls nicht Gegenstand des IWG sind, müssten aus Sicht der eigentlichen Eigentümer, der Steuerzahler, sehr wohl geöffnet werden. Schließlich wurden für die Erstellung dieser Daten ausschließlich Steuergelder verwendet.

Bewegung kam in die „Open Data“-Diskussion – in Europa und auch in Österreich – erst 2010 und 2011. Als generelle Regel hat zwar die EU-Kommission die Wiederverwendung von Dokumenten für kommerziellen und nicht-kommerziellen Gebrauch bereits seit 2006 gestattet, doch erst im Dezember 2011 wurde mit der Präsentation eines umfangreichen „Open Data Packages“ ein weit reichender Vorstoß zur Erweiterung der Initiative unternommen.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Kommission und für die „Digital Agenda“ verantwortlich, fasste in ihrer Pressekonferenz zur „Open Data Strategy“ der Union (Aussendung vom 12.12.2011) den allgemeinen Tenor zu Open Data wie folgt zusammen: „Daten sind das neue Gold, der fruchtbare Boden für innovative Entwicklungen, und wir glauben, dass der beste Weg, den Wert dieser Daten zu sichern, ihre Freigabe ist.“ Künftig werden öffentlich generierte Daten automatisch wiederverwendbar sein, um die Schaffung von neuen Applikationen und Services zu speisen.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass PSI bereits heute ökonomische Aktivitäten im jährlichen Ausmaß von 32 Milliarden Euro nach sich zieht, mit dem jetzt zur Umsetzung gelangenden „Open Data Package“ wird sich dieses Volumen auf 70 Milliarden Euro verdoppeln. Die Union ließ der Ankündigung auch Taten folgen. Zu Weihnachten 2012 hat die Kommission ihr „Open Data Portal“ www.open-data.europa.eu gelauncht und damit die Datensätze der EU-Institutionen und anderer EU-Einrichtungen einheitlich verfügbar gemacht. 2013 wurde die Arbeit in Richtung „Pan European Open Data Portal“, dessen Entwicklung von CFE (Connecting Facility for Europe) finanziert worden ist, fortgesetzt.

Darüber hinaus hat die EU heuer ihre Richtlinie über die Wiederverwendung von PSI aus 2003 novelliert. Die Neufassung ist am 26.06.2013 verabschiedet worden und sieht als wesentliche Änderung die echte offene Verwendung aller öffentlichen Dokumente vor, sofern nicht klar definierte internationale oder nationale Regeln zu bestimmten Ausnahmen (z.B. Berner Konvention zum Schutz literarischer und künstlerischer Arbeiten, handelsbezogene Aspekte von intellektuellen Eigentumsrechten) dies verhindern. Die geänderte Richtlinie wurde in ihrem Geltungsbereich auch auf den freien Zugang zum „kulturellen Erbe“ (Bestände von Bibliotheken, inklusive Universitätsbibliotheken, Museen und Archiven) ausgeweitet.

Die EU-Kommission wird im Zusammenhang mit ihrem „Open Data Package“ auch 100 Millionen an finanzieller Unterstützung für die Erforschung von „Datenverarbeitungstechnologien“ bereitstellen. Außerdem hat sich die Union im Juni 2013 auch zur Implementierung der „G8 Open Data Charta“ verpflichtet. Und mit der INSPIRE Richtlinie wurde in Europa ein umfassender Rahmen für den einheitlichen Zugang und die vereinfachte Wiederverwendung geospatialer Daten implementiert.

Márta Nagy Rothengass, Leiterin der Unit „Data Value Chain“ in der DG CONNECT, brachte bei der „Eye on Earth“ Open Data Session in Dublin die Notwendigkeiten für offene öffentliche Daten auf den Punkt: Es gelte ein unerschlossenes Wirtschaftspotenzial in der EU27 von 140 Milliarden Euro zu heben. Weiters soll die Transparenz öffentlicher Einrichtungen und höhere Bürgerbeteiligung an öffentlichen Prozessen erreicht werden. Open Data könnten außerdem den wissenschaftlichen Fortschritt beschleunigen und soziale Herausforderungen im Gesundheitswesen und bei Umweltfragen adressieren. Ihre Empfehlungen setzen auf eine verstärkte Nutzung und Wiederverwendung von Open Data als Teil des Big Data Potenzials und auf eine Verschmelzung der Maßnahmen der „Open Data Strategy“ mit Aktivitäten zur Gestaltung einer europäischen digitalen Service-Infrastruktur.

In Österreich wurden in den letzten Jahren ebenfalls Meilensteine in Sachen „Open Data“ gesetzt. Im Juli 2011 gründeten das Bundeskanzleramt und die Städte Wien, Linz, Salzburg und Graz die „Cooperation Open Government Data Österreich“ (OGD). Die „Open Knowledge Foundation Österreich“ gehört der Kooperation als beratendes Mitglied an. Das BKA bildet die Verbindung zum „Kompetenzzentrum Internetgesellschaft“ (KIG) und zur Plattform „Digitales Österreich“. Die OGD betreibt das offene österreichische Datenportal (www.data.gv.at), welches als zentraler „Österreich-Katalog“ die Metadaten der dezentralen Datenkataloge von Bund, Bundesländern, Städten und Gemeinden, des Umweltbundesamtes und des Bundesrechenzentrums in sich aufnimmt und manuell wie automatisiert abrufbar hält. Das Portal listet heute an die 950 Rohdatensätze auf, aus denen österreichweit mehr als 150 Anwendungen entstanden sind.

Ebenfalls zwischen 2010 und 2011 wurden in Österreich durch die „Semantic Web Company“ (www.semantic-web.at) mit der „OGD Serie 2010 - 2011“, die von der „Technologieagentur der Stadt Wien Gmbh“ (ZIT) finanziell unterstützt worden ist, breiteres öffentliches Bewusstsein für Open Government Data bei relevanten Stakeholdern geschaffen und die Grundlagen für die Herausgabe des „Open Government Weißbuches“ gelegt. Mit diesem Standardwerk wurden eine Anforderungsanalyse für OGD in Österreich und die entsprechenden Guidelines erarbeitet.

Die „Open Knowledge Foundation Austria“ ist die Dachorganisation für die Veröffentlichung, Nutzung und Wiederverwendung von offenem Wissen in Österreich. Die „OKF-AT“ vereint in ihren Reihen interdisziplinäre Expertise aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung und treibt damit die Arbeit an neuen Technologien, die eine größere Transparenz des öffentlichen Lebens und mehr Bürgerbeteiligung gewährleisten, also letztlich zu einer offenen Gesellschaft führen. Ihre Arbeitsgruppen sind rund um die großen Themenblöcke zu Open Data organisiert: Neben Open Government Data sind dies Open Science (Offene Wissenschaft), Open GLAM (Galleries, Libraries, Archives and Museums), Offener Haushalt, das Informationsfreiheitsgesetz (in Österreich ist beim Auskunftspflicht-Grundsatzgesetz und dem im Verfassungsrang stehenden Amtsgeheimnis erst 2013 eine breitere öffentliche Diskussion in Gang gekommen) und Data Literacy (Schlüsselkompetenz für das Verstehen und Teilnehmen an der Gesellschaft).

Nach dem Vorbild der britischen Open Knowledge Foundation hat sich die OKF-AT zum Ziel gesetzt, mit einer „School of Data“, die für jedermann frei zugänglich ist, sich aber insbesondere an Verwaltungsmitarbeiter, App-Entwickler, Daten-Journalisten sowie die gesamte Datenwirtschaft richtet, Kenntnisse im Umgang mit offenen Daten zu vermitteln. Neben den Grundlagen von Open Data will die „School of Data“ Werkzeuge zur Verarbeitung vorstellen und Möglichkeiten für Anwendungen aufzeigen. Als Mitglied der internationalen Open Knowledge Foundation-Familie ist OKF-AT auch der heimische Ansprechpartner, wenn es um die Nutzung von CKAN, der weltweit im Einsatz befindlichen Open Source Data Portal-Software und um den Zugang zum „Datahub“, der offenen und mächtigen auf CKAN-Software basierenden Datenmanagement-Plattform der OKF geht.

Bei „Open Government Data“ zählen die Plattformen der Bundeshauptstadt Wien, „Für eine offene Stadt Open Government Wien“ (https://open.wien.at/site/) mit 110 Anwendungen und 196 Datenkatalogeinträgen bei Einbettung in die Meta-Initiative „Smart City Vienna“ und die Plattform der Stadt Linz (www.data.linz.gv.at) mit 140 Datensätzen und einer Echtzeit-Schnittstelle zur LINZ AG LINIEN, die die oberösterreichische Landeshauptstadt 2011 auf Grundlage der im Projekt „Open Commons Region Linz“ erarbeiteten Zielvorstellungen gelauncht hat, auch international zu beachteten Anwendungen. Sie bewegen sich mit ihrem Angebot an weiter verwendbaren Informationen aus allen urbanen Lebensbereichen auf Augenhöhe mit offenen Datenportalen von Städten wie Bologna (dati.comune.bologna.it), Nantes (data.nantes.fr) oder Barcelona (opendata.bcn.cat/opendata/en). Bologna und Barcelona sind auch ins „Open Cities“ Netz eingebunden.

Die Entwicklung bei Open Data zeigte in den letzten beiden Jahren sowohl auf europäischer Ebene als auch in Österreich klar nach oben. Dennoch bleibt im internationalen Vergleich sowohl auf Städteebene als auch auf Ebene der nationalen offenen Datenportale in Österreich noch einiges zu tun. So decken in Paris (opendata.paris.fr) die Informationslieferanten bereits die gesamte städtische Nachfrage (Bürgerbeteiligung, Urbanismus, Einrichtungen, Dienste, Umwelt, Kultur und Wirtschaft) ab.

Auf Landesebene zählen die Portale von Frankreich (data.gouv.fr) und UK (data.gov.uk) ebenfalls zu den fortschrittlichen europäischen Plattformen einer offenen Datenpolitik. Im französischen Portal finden sich nicht nur Datensätze aller Ministerien, sondern auch jene anderer staatlicher Einrichtungen wie z.B. der Nationalbibliothek (Bibliothèque National de la France), des IGN (Institut National de L’Indormation Géographique et Forestière) oder von RATP (Régie Autonome des Tranportes Parisiens), des fünftgrößten Verkehrsverbundes der Welt und von SNCF (Société Nationale de Chemins de Fer Français). In UK wird der “National Action Plan for Open Government Partnership” mit der Schaffung einer “National Information Infrastructure” gebündelt.

Diese “leading edge” Länder bei Open Data haben ihre Aktivitäten nicht ohne Grund intensiviert. Der Graham Vickery Report „Review on Recent Studies on PSI Re-Use and Related Market Developments“ von Information Economics Paris geht in einer eher konservativen Markteinschätzung des direkten und indirekten ökonomischen Impacts von PSI Re-Use von einem jährlichen Marktvolumen von rund 140 Milliarden Euro für die EU27 aus. Der neueste Report von MGI (McKinsey Global Institute) beziffert das jährliche Open Data Potenzial durch Bereitstellung von „liquid information“ in sieben Domänen (Education, Transportation, Consumer products, Electricity, Oil and Gas, Health Care und Consumer finance) auf 3 Billiarden US-Dollar. Davon entfallen 900 Milliarden auf Europa.

Für die Öffnung von Science hat die „Houghton-Studie“ aus 2009 vorgerechnet, dass bei einem geschätzten Return von R&D in Höhe von 20 % und einer Erhöhung der Zugänglichkeit zu Forschungsergebnissen und damit einer Verbesserung der Effizienz aus der freien Nutzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen um 5 % die wiederkehrenden Einnahmen aus den jährlichen EU27 R&D-Ausgaben bei rund 6 Milliarden Euro oder 2 % der öffentlichen Forschungsausgaben liegen würden. Davon kämen 4,8 Milliarden aus Government Expenditures (GERD) und 1,1 Milliarden aus Higher Education Expenditures (HERD).

Noch ein letztes Beispiel: Auch bei Open GLAM gehen die Länder Frankreich und UK in Europa zügig voran. Am 11.11.2013 hat die französische Kultur- und Kommunikationsministerin Aurélie Filippetti im Rahmen des Events „Transmission of Culture in the Digital Age“ eine Kooperation mit der Open Knowledge Foundation France und mit Wikimedia France angekündigt, um das kulturelle Erbe der Nation mit Hilfe eines zu entwickelnden „Public Domain Calculators“ zu erfassen und zu kartografieren. Gleichzeitig wurden Gespräche mit dem Rijksmuseum in Amsterdam und der British Library in London geführt, um auszuloten, welche Aktivitäten diese Institutionen von Weltrang in Bezug auf die Wiederverwendung von Open Data und open digital copies von in öffentlichem Besitz stehenden Arbeiten setzen.

Die British Broadcasting Corporation (BBC), die weltweite Referenzfernseh- und Radioanstalt öffentlichen Rechts mit Sitz in London, hat am 25.11.2013 mit der Open Knowlege Foundation mit Headquarter in Cambridge ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um das audio-visuelle Erbe in Form seiner Archiv-Contents und -Assets universell im Königreich verfügbar zu machen und für dieses Vorhaben die erforderlichen Management-Prozesse betreffend Digital Rights Management, Speicherung und Weiterverteilung von Archivmaterial zu definieren. Die übergeordnete Zielsetzung sind die Etablierung einer Weltklasseinfrastruktur für digitale Inhalte in UK, die Stärkung der nationalen Wissensökonomie und die effizientere Nutzung von Ressourcen des öffentlichen Sektors. Darüber hinaus hat die BBC auch mit der „European Foundation“ (Europe’s Digital Library, Archive and Museum), dem „Open Data Institute“ (Britischer Katalysator für die Evolution einer offenen Netzkultur, finanziell dotiert vom Technology Strategy Board) und mit der „Mozilla Foundation“ (Promotion von Offenheit, Innovation und Chancen im Web) Kooperationsübereinkommen zur Unterstützung freier und offener Breitbandtechnologien unterzeichnet.

„MeetUp“ zu „Open Transport Data“

Bei der enormen wirtschaftlichen und wissensstrategischen Bedeutung von Open Data und deren Einbettung in aktuelle IKT-Wertschöpfungs-Paradigmen wie Big Data, Semantic Web oder Cloud Computing war es für die Fabasoft AG in Linz als innovativer Entwickler von europäischen B2B Cloud Lösungen integrativer Teil der Unternehmensphilosophie mit der Open Knowledge Foundation Austria intensive Kontakte zu pflegen und nach Möglichkeiten einer sinnvollen Kooperation zu suchen. Als Beispiel dieser Zusammenarbeit haben wir am 14.11.2013 an unserem Wiener Firmensitz auch das „MeetUp“ zu „Open Transport Data“ beherbergt, bei dem Experten der Open Data Community über Wissen, Transparenz und Teilhabe an einer offenen Gesellschaft referierten und anschließend Insider aus Wien und Linz über die Entwicklung ihrer offenen Verkehrsdatenprojekte berichteten. Ein Blick in Richtung Entwicklungsländer und deren Verkehrsproblematik sowie mögliche Situationsverbesserungen durch Open Data rundeten diese Veranstaltung ab. Weitere Informationen dazu unter https://www.fabasoft.com/de/okf-at-meetup.html.

Open Transport Data wird im Schulterschluss mit fortschrittlichen Lösungen im Bereich Driver Assistance Systeme und der Implementierung von eCall bis 2015 weitere wichtige Impulse erfahren. Auch die Optimierung von mathematischen Graphenmodellen zur Abbildung von Bewegungsströmen und die Integration dieser Informationen in ein Gesamtnetzwerk, das alle Infrastrukturen und alle Bewegungen unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer (Fuß, Rad, Auto, Öffentliche Verkehrsmittel) auf einer einzigen Plattform abbilden kann, wird weitere Aktivitäten rund um Open Transport Data auslösen. Zudem sind aus dem technologischen Fortschritt auch Impulse für künftiges „Smart Ticketing“ zu erwarten. Einziger Wermutstropfen des Status Quo: Es wird im Frühjahr nächsten Jahres zwar eine für Gesamt-Österreich aufgesetzte digitale und offene Verkehrsauskunft (VAO) geben, wo die Meta-Daten vom Infrastrukturbetreiber ASFINAG, dem Verkehrsträger ÖBB, den Verkehrsverbünden und dem Interessensverband ÖAMTC gesammelt aufgelistet sein werden. Die Plattform wird jedoch nicht mit dem INSPIRE-Standard starten.

In Conclusio müssen wir jetzt die Schubkraft, die von Open Data für die Weiterentwicklung der Knowledge Society ausgeht, auch für die Realisierung eines gemeinsamen Digitalen Marktes Europa nutzen. Dazu gehören flächendeckendes ultraschnelles Breitband und 4G, europäische Cloud Computing Infrastrukturen und -Lösungen, ein Roaming-freier Mobilfunkmarkt in Europa, schrankenloses Online-Shopping quer über den Kontinent aber der nicht zu vergessende Schutz der Privatsphäre.

Open Data, EU

 

 

 

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